Montag, 20. April 2009

Liebe Stadtwerke Leipzig,

Ihr wundert Euch, dass Ihr immer mehr Kunden verliert ? Ich ehrlich gesagt nicht. Denn, wenn Ihr alle so behandelt wie mich neulich, müssten wir uns eigentlich wundern, dass Ihr überhaupt noch welche habt.

Da wird meine Nebenkostenabrechnung trotz bereits vor längerer Zeit erfolgten Bezahlung ständig weiter angemahnt. Ein nicht unerheblicher Betrag, den ich nicht so einfach aufbringen kann und will, erst Recht nicht, weil ich ihn bereits vor längerer Zeit gezahlt habe ...

Kurz vor einer wichtigen Geschäftsreise dann die Mahnung mit Androhung: "Die Energieversorgung wird eingestellt" - und zwar übermorgen. Da bin ich nicht da, Aquarien und Angehörige alleine - und ein Wochenende steht bevor. Natürlich denkt man in so einer Situation erst mal, man habe irgendetwas übersehen. Hab ich aber nicht, die Stadtwerke sind eindeutig im Unrecht.

Also, schnell einen Brief geschrieben, Nachweise reingelegt - die Rechnung ist bezahlt, bitte verzichten Sie auf weitere Maßnahmen. Geschäftsreise, andere Stadt - also vorab per Fax ...

Am nächsten Tag - einen vor Energieversorgungseinstellung - der Versuch bei der angegebenen Telefonnummer nachzufragen, mein Fax müsste ja bereits angekommen sein. Doch zunächst Warteschleifen ohne Ende. Mindestens 10 Minuten hänge ich beim ersten Mal in der Leitung, ohne dass jemand dran geht. Die Geschäftspartner müssen erst mal Däumchen drehend warten.

Beim zweiten Mal dauert es ca. 5 Minuten, aber wenigsten habe ich jemanden dran. "Ihr Fax ist hier nicht angekommen", raunzt der offenbar in Stil und Telefonkommunikation nicht geschulte Mitarbeiter mich an. "Ja, aber es ist wichtig. Morgen wird der Strom bei mir abgestellt und ihr Unternehmen ist im Unrecht. Ich hab da Aquarien drin, mein Büro muss weiter laufen, und und und ...", erwidere ich. "Mag ja sein, aber heute ist Donnerstag. Vor dem Wochenende prüft hier keiner mehr was. Den Strom stellen wir erst mal ab", nuschelt der Mann ins Telefon und legt auf. Die gleiche Situation wiederholt sich so ähnlich noch bei drei weiteren Anrufen. Mein Fax ist immer noch nicht gefunden, die Telefonpartner werden immer unhöflicher und über eine Kulanz-Lösung bis zur Klärung lässt auch keiner mit sich reden. Mir sind die Hände gebunden und weit weg von meiner Wahlheimat schwillt mir der Kamm ...

Der nächste Tag beginnt ähnlich. Die ersten beiden Versuche, kein Durchkommen. Beim dritten Mal habe ich Glück und wieder nimmt ein Stadtwerke-Mitarbeiter ab. Diesmal haben sich Fax und Brief eingefunden: "Ja, Sie haben Recht. Das ist eine Fehlbuchung unsererseits. Der Strom wird nicht abgestellt." Natürlich wird er das nicht, denke ich noch, schließlich ist ja alles bezahlt. Eigentlich hätte ich mir all die Mühen sparen können: "Gibt es denn für so einen Fehler auch so eine Art Gutschrift?", frage ich vorsichtig. "Immerhin hatte ich Mühen und Kosten. Bis man bei Ihnen mal jemand erreicht ...." - Der Mann unterbricht mich laut lachend: "Also das kann ich hier nicht entscheiden. Sein Sie doch froh, dass wir Ihnen jetzt nichts abstellen." ...

... Da darf ich also noch dankbar dafür sein, dass die Stadtwerke eine Fehler gemacht und es gemerkt haben ... So etwas in der Art will ich noch antworten, aber mein Gesprächspartner hat schon längst aufgelegt ...

Klingt wie ein Einzelfall, ist es vielleicht auch. Mir sind allerdings im Umgang mit den Stadtwerken hier in Leipzig schon ein paar derartiger "Einzelfälle" passiert. Wenn man bei den so bezeichneten "Servicenummern" dann endlich mal durchkommt, erreicht man irgendjemanden - den Elektriker, den Pförtner, den Security - was weiß ich - aber nie geschulte, freundliche Ansprechpartner ... Gute Dienstleistung ist Glücksache !!

Ich kann Euch, liebe Stadtwerke nur empfehlen, die Gelder, die Ihr durch ständige Strompreiserhöhung mehr einnehmt, in die Schulung Eurer Mitarbeiter zu stecken. Die Menschen hinter den "Servicenummern" sind das Aushängeschild eines Unternehmens. Eures ist mehr als mies !


Mal ganz abgesehen davon, dass meiner Meinung nach Strom zu den Grundbedürfnissen des modernen Menschen gehört. Insofern darf die Versorgung damit weder als Druckmittel eingesetzt noch bei Nichtbezahlung abgedreht werden ...

Meint KAZAK

Kommentare:

marit hat gesagt…

wenns nicht so traurig wäre, was die mit dir abgezogen haben, wäre es fast schon wieder lustig... :-)

liebste grüße...

Anonym hat gesagt…

Diese Geschichte ist wie aus meiner Seele geschrieben. Ich ärgere mich auch immer über Hotlines und Inkompetenz an deren Ende.

tisi hat gesagt…

das wäre doch mal ne neue geschäftsidee...ich meine, die schulung der mitarbeiter...aber dafür sind die kommunalen betriebe wahrscheinlich zu knauserig...denkt sich...tisi